Mittwoch, 20. September 2017

Ausstellung "Aussichten", Kulturverein Zehntscheuer Rottenburg

Oje, in den letzten zwei Wochen gab es so viel zu tun, so dass ich doch tatsächlich völlig vergessen habe hier die Eröffnung der Ausstellung "Aussichten", die bereits am 16. 09., in der Zehntscheuer in Rottenburg statt gefunden hat, anzukündigen! Es gibt viel zu schauen, denn außer meinen Bildern aus der Serie "Auf der Strecke", zeigen Hannelore Fehse aus Weggingen, auf der Alb und Johanna Jakowlev aus Stuttgart ihre Werke. Ich freue mich, mich in so guter Gesellschaft zu befinden.

Einige liebe Freundinnen und Freunde sind meiner Einladung allerdings über Facebook gefolgt. Es war mir eine riesengroße Freude euch dabei zu haben und von euch so viel Unterstützung erfahren zu haben. Danke nochmals für euer Kommen, aber auch ganz besonders dem meines Bruder aus Hagen, der sich auf sein Moppet :-geschwungen hat, um mir mit seinem Erscheinen eine wunderbare Überraschung zu bereiten!

Überhaupt war es ein absolut gelungener und schöner Abend, den wir in kleinerer Runde im nahegelegenen "BistroRant"genussvoll haben ausklingen lassen. Danke auch nochmals an die Organisator*innen vom Kulturverein Zehntscheuer, Frau Stolting, Bobby Baur und Frau Wendel. Solch professionelle und gelungene Zusammenarbeit habe ich selten erlebt. Ganz lieben Dank auch an Dagmar Waizenegger, der Leiterin des Kulturamts der Universitätsstadt Tübingen, für ihre begeisternde und mitreißende Rede. Mehrere Besucher haben mir anschließend bestätigt, dass sie sich sehr gut mitgenommen gefühlt und die Bilder sich durch die einfühlsame Einführung noch besonders eröffnet haben.

Die Ausstellung ist noch bis zum 12. November 2017 zu sehen und selbstverständlich freue ich mich über weitere zahlreiche Besucher.





Samstag, 9. September 2017

Die höchste Eisenbahn!!!

Seit mehr als vier Wochen schon wimmelt mir ein ganzes Nest von Ohrwürmern im Hirn! Da muss ich tatsächlich soooo alt werden, um letztlich doch noch Liedern mit deutschen Texten zum Opfer zu fallen? Aber was für Texte und was für Musik! Die Jungs von "Die Höchste Eisenbahn" haben mich völlig im Griff und ich mag derzeit nichts anderes mehr hören, bis ich die überraschenden, intelligenten und oft auch surrealen Texte mit der dazugehörigen Musik auswendig kann, um eifrig mitzusingen.


Entdeckt habe ich die "Höchste Eisenbahn"    zufällig, im Deutschlandfunk Kultur. Der Sender spielte während eines Interviews den Song "Schau in den Lauf Hase" ein und ich bekam gleich ganz große Ohren :-

Und dann war da noch meine wiedergefundene Freundin aus Kindertagen, die ich in meiner Heimatstadt besuchen wollte. Ich hatte erfahren, dass sie Jägerin ist und bestellte die CD als Geschenk für sie. Wenn ich damit auch nicht ihren Geschmack treffen sollte, würde zumindest der Titel passen!






Aber es dauerte noch eine Weile, bis ich das zweite Lied "Nicht Atmen" im Radio hörte und fortan alle Songs der Band inhalierte. Ja, so war das. Rainer konnte ich jedenfalls schon mit dem Eisenbahnfieber anstecken ;-)))

Ich denke, die Mitglieder der Band werden nichts dagegen haben, wenn ich hier mal Werbung für ihre Musik, ihre Videos und ihre Webseite mache.

Ich würde mich freuen, wenn ihr einen Kommentar hinterlasst, um zu erfahren, ob meine Begeisterung euch mitreißen kann!


Die höchste Eisenbahn spielt übrigens am 17. November 2017, um 20 Uhr, in der Liederhalle in Stuttgart. Ich habe natürlich schon Karten bestellt ;-

                                          



Donnerstag, 7. September 2017

Jeden Tag ein Blatt

Mein Malkoffer, den ich für die Reise gepackt hatte, strotzte nur so von Farben, Pinseln, Skizzenbüchern und allem was dazu gehört. Wie immer, hatte ich mir viel vorgenommen und bin dann doch der Sonne, der Umgebung, der Entspanntheit, der Lust einfach nur da zu sein, erlegen.

Das ist gut so, denn Pausen sind wichtig. Pausen sind eigentlich gar keine Pausen, denn in ihnen wird beobachtet, gespeichert, überlegt, fantasiert und darüber nachgedacht, was auch immer mit Bildern und dem Bildermachen zu tun hat.

Zum Glück befand sich auch ein 10 x 15 cm kleines Skizzenbüchlein im Gepäck, dass sich als ständiger Begleiter entpuppte und in dem ich (fast) jeden Tag schnelle Eindrücke festgehalten habe. So wurde daraus ein Tagebuch mit, zumindest für mich, intensiven Erinnerungen.

Hier ein paar Kostproben -











Rhoneschleife von Ozon aus betrachtet



Freitag, 1. September 2017

Bad Boy - die Biografie von Eric Fischl


Fast drei Wochen Sonne und Freiheit liegen nun hinter mir, die Ferien sind zu Ende und die ersten Aufgaben stehen auf dem Plan. Auch darauf freue ich mich!

Während ich die Ferienzeit ausgiebig zum Erholen, Erleben und für das süße "Nichtstun" gekostet habe, fand ich endlich die Zeit Eric Fischl's Biografie zu lesen, die schon seit Anfang des Jahres unberührt auf meinem Tisch lag.

Der Titel "Bad Boy" nimmt Bezug auf das Bild, das zur Ikone seiner beginnenden Karriere als Maler geworden ist und damit auf die Bilder, die den amerikanischen Mittelstand, die Gesellschaft der Suburbs mit all ihrer Doppelmoral charakterisieren. Damals muss das eine schockierende Tat gewesen sein, zumal die Kunstwelt jener Jahre jegliche gegenständliche und figurative Malerei ablehnte und ganz auf Konzeptkunst oder den abstrakten Expressionismus ausgerichtet war.

Aber Fischl ist ein Maler durch und durch, der seine Botschaft selber auch lebt. Also nahm er den unbequemen Weg und kämpfte für und um seine Malerei. Es ist spannend zu lesen, wie er von einem jungen Mann, der relativ spät seine Begeisterung für die Malerei entdeckt, zum New Yorker Shooting Star wird und wie sein Stern, aufgrund der politischen Entwicklungen und den damit verbundenen gesellschaftlichen Verstrickungen, schon bald wieder auf "normale" Höhen herabsinkt.

Er beschreibt in seinem Buch seine traumatische Kindheits- und Familiengeschichte, mit denen er sich letztlich, in verallgemeinerter Form, in seinen Bildern auseinandersetzt und die seine künstlerischen Themen sozusagen hervorgebracht haben. Fischl beschreibt die repressive Haltung der gesellschaftlichen Strukturen, beginnend in den 60er Jahren, bis hin zum Anfang des neuen Jahrtausends in Amerika.

Er reflektiert Kunst und den sich verändernden Kunstmarkt, sowie die Wahrnehmung seiner eigenen Position in dieser Kunstwelt. Eric Fischl offenbart die Schwierigkeiten auf seinem Weg eine eigene malerische Sprache für sein Lebensthema zu finden - der Mensch in seinen gesellschaftlichen Zwängen, in seinen psychologischen Beziehungen zu anderen - und lässt uns teilhaben an seinen künstlerischen Experimenten, Entdeckungen und dem Beschreiten für ihn neuer Wege.

Das Buch ist für mich in jeder Hinsicht hochspannend zu lesen gewesen, da ich selbst in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts meine ersten Erfahrungen in der Welt des Kunstmarktes in Berlin gewinnen konnte und die im Buch beschriebenen Mechanismen der Kunstwelt, am Rande selbst kennen gelernt habe. Dabei muss ich gestehen, dass ich wohl nie dermaßen vom Ehrgeiz besessen war und auch vom Kunstmarkt nicht so überzeugt wie Meister Fischl, um mich in diese Schlacht stürzen zu wollen. Wie auch immer, jeder muss seinen eigenen Weg finden, um sich und seine Kunst zu leben.

Wer tiefer einsteigen will in die Phänomene des Kunstmachens und des Kunstmarktes findet in diesem Buch auf jeden Fall Antworten, auch auf die Frage, wie heute Kunstgeschichte gemacht wird. Ohne einen Maler wie Eric Fischl hätte es wahrscheinlich keine Berliner Jungen Wilden und keine Neue Leipziger Schule gegeben. Eric Fischl's Werk ist für mich ein Meilenstein der Malerei und seine Bilder bleiben frisch, provokativ und irritierend.

Wer mehr über diesen Ausnahmekünstler erfahren möchte, hier geht es zu einigen Videointerviews:
http://www.ericfischl.com/media/